In der Toskana ist die Straße selbst ein Teil des Reiseziels. Auf der Chiantigiana folgt sie den Hügelkämmen, in den Crete Senesi öffnet sich der Blick über weite Felder, und bei Bolgheri führt eine gerade Allee zwischen Zypressen zum Dorf.
Diese sechs Strecken bilden keine einzige Tagesroute. Jede hat ihren eigenen Charakter. Wählen Sie die Abschnitte passend zu Ihrem Ausgangspunkt und planen Sie Zeit für Pausen ein.
Die Chiantigiana: SR222
Die SR222 verbindet Florenz und Siena über die Hügel des Chianti Classico. Besonders reizvoll ist der Abschnitt zwischen Greve und Castellina mit Weinbergen, Wäldern und aufeinanderfolgenden Kurven. Greve bietet sich mit seiner von Arkaden gesäumten Piazza Matteotti für eine Pause an. Bei Panzano blickt man auf die Weinberge der Conca d’Oro. In Castellina führt die überdachte Via delle Volte entlang der früheren Befestigung. Weiter südlich liegt das kleine Dorf Fonterutoli.
Gaiole, Brolio und die Schotterstraßen
Östlich der Chiantigiana werden die Straßen schmaler. Rund um Gaiole führen sie durch Wald, über unübersichtliche Kurven und stellenweise unebenen Asphalt. Das Castello di Brolio verbindet die Geschichte der Familie Ricasoli mit dem Weinbau im Chianti. Die Region ist auch für die Schotterstrecken der L’Eroica bekannt. Für tiefliegende Fahrzeuge empfiehlt es sich, auf asphaltierten Straßen zu bleiben und den Zustand der geplanten Strecke vorab zu prüfen.
Die Lauretana und die Crete Senesi
Die SP438 führt von Siena nach Osten in eine offene Landschaft aus Lehmhügeln. Felder, Erosionsformen und einzelne Höfe verändern ihr Aussehen mit den Jahreszeiten: Grün im Frühjahr, helle Flächen im Sommer und dunkle Erde nach dem Pflügen. Die weiten Ausblicke sind ein guter Grund für eine ruhige Fahrt. Ein Abstecher führt zur Abtei Monte Oliveto Maggiore mit ihrem Kreuzgang und den Fresken über das Leben des heiligen Benedikt.
Val d’Orcia: Cassia und SP146
Die Kulturlandschaft des Val d’Orcia gehört seit 2004 zum UNESCO-Welterbe. Entlang der Cassia liegen die bekannten Zypressengruppen und von Feldern umgebenen Höfe. Die SP146 verbindet San Quirico d’Orcia, Pienza und Montepulciano auf einer höher gelegenen, kurvenreichen Route. In Pienza lohnt ein Spaziergang durch das Renaissancezentrum; in Bagno Vignoni prägt das historische Thermalbecken den Ortskern. Halten Sie für Fotos nur an geeigneten, erlaubten Stellen.
Von Montalcino nach Sant’Antimo
Südlich von Montalcino führt die Straße durch die Weinberge des Brunello zur romanischen Abtei Sant’Antimo. Die Kirche liegt in einem Tal zwischen Olivenbäumen. Der kurze Abschnitt lässt sich auch in beiden Richtungen erleben: bergab erscheint die Abtei, auf dem Rückweg rückt Montalcino mit seiner Festung wieder in den Blick. Planen Sie Zeit für einen ruhigen Halt ein und prüfen Sie die Besuchsmöglichkeiten vorab.
Die Zypressenallee von Bolgheri
Zwischen San Guido und Bolgheri verläuft eine lange, gerade Allee, die von Zypressen gesäumt wird und durch Giosuè Carduccis Gedicht bekannt wurde. Sie bildet einen deutlichen Kontrast zu den kurvenreichen Straßen im Landesinneren. Bolgheri ist zugleich ein bedeutendes Weinbaugebiet; die Küste liegt nur eine kurze Fahrt entfernt. Verbinden Sie Dorf, Landschaft und eine vorab vereinbarte Besichtigung, ohne den Tag mit zu vielen Etappen zu füllen.
Reisezeit und Vorbereitung
Frühjahr und früher Herbst bieten unterschiedliche Farben und angenehme Bedingungen für Pausen. Im Sommer können Hitze und Verkehr die Tagesplanung beeinflussen. Prüfen Sie Sperrungen, Zufahrtsregeln, Parkmöglichkeiten und die Eignung der Strecke für Ihr Fahrzeug. Besichtigungen und Verkostungen sollten vorab abgestimmt werden. Wer fährt, verzichtet auf Alkohol; mit einem Privatchauffeur können Sie die Fahrt und Verkostungen anders organisieren.
Ihre private Reise
Wählen Sie ein Erlebnis als Ausgangspunkt für Ihre Reiseplanung.
Route, Termine und Wünsche werden vor der Bestätigung gemeinsam abgestimmt.


